Magazin | Ausgabe Nr. 2

Verantwortung übernehmen

Viele Hochschulabsolventen sehen dem Ende ihres Studiums mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen. Bei vielen spielt möglicherweise auch etwas Angst vor der Zukunft mit rein.

Das Berufsleben ist dann doch eine ganz andere Hausnummer als ein Studium. Vorbei sind die halben oder sogar freien Tage. Doch wer wie ich ein duales Studium absolviert, der wird schon während des Studiums auf den beruflichen Alltag vorbereitet. Ich heiße Meike Ulrich und bin eine von drei ehemaligen Studenten der VIACOR Polymer GmbH. Ich habe drei Jahre lang BWL-Dienstleistungs-management (DLM)/ Medien und Kommunikation an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg studiert. Ein duales Studium bedeutet drei Monate studieren, drei Monate im Unternehmen Berufserfahrung sammeln. Dabei durchläuft man meistens alle Abteilungen, wobei in meinem Fall der zukünftige 

Aufgabenbereich durch meinen Studienschwerpunkt bereits vorgegeben war. 

Dass der Berufsalltag nicht ganz mit dem Studium vergleichbar ist, sollte allerdings jedem Studierenden, auch dem in einem dualen Studium, klar sein. Jeden Tag sollte man normalerweise in der dualen Hochschule acht Stunden verbringen, man wird ja schließlich dafür bezahlt. Doch jeder, der schon einmal eine Vorlesung besucht hat, weiß, dass das Gehirn irgendwann abschaltet, wenn man über mehrere Stunden konzentriert zuhören muss. Im beruflichen Alltag sollte das aber nicht passieren. Da heißt es dann meistens doch, sich acht Stunden zu fokussieren. Auch an der dualen Hochschule kommt es manchmal vor, dass Vorlesungen ausfallen oder man nur den Vormittag Vorlesung hat. Mit dem vollen Einstieg ins Berufsleben ändert sich der Lebensstil dann doch deutlich. Ein Wendepunkt im Lebenslauf sozusagen. 

hoersaal viacor studium

Hörsäle gehören im
dualen Studium dazu.

Vor allem die Regelmäßigkeit des Alltags sind Studenten häufig nicht gewöhnt. Bis zu einer bestimmten Uhrzeit bei der Arbeit sein? Nicht jedem fällt dies leicht. Auch der Tagesrhythmus verschiebt sich bei dem einen oder anderen möglicherweise nach vorne. Früher aufstehen, nicht mehr bis spät in die Nacht an Seminararbeiten schreiben. Vorher haben sich arbeitsreiche Phasen mit weniger arbeitsreichen Phasen abgewechselt. Im Berufsleben erwartet einen ein konstantes Arbeitspensum, vielleicht sogar Überstunden.

VIACOR ist Partner
der DHBW Stuttgart

An der dualen Hochschule ist der Tag zwar schon weitaus strukturierter als an einer gewöhnlichen Universität, dennoch gibt es auch hier eine gewisse Umstellung. 

Auch der Umgang mit den Kollegen ist ein anderer als der mit den Kommilitonen. Ist man an der Hochschule oft das Du gewohnt, gestaltet sich der Umgang mit den Kollegen manchmal nicht so einfach. Hierarchien müssen eingehalten werden, unterschiedliche Altersgruppen und Lebensmodelle treffen aufeinander. Während sich die Kommunikation mit den Professoren meist auf das rein fachliche konzentriert hat, muss man im Unternehmen auch andere Dinge, wie Urlaube, besprechen oder gar Gehaltsverhandlungen führen, im Studentenleben tritt diese Art von Kommunikation überhaupt nicht auf.

Vor allem die ersten Wochen nach dem Studium sind dabei oft ernüchternd. Auch wenn man möglicherweise im Ausbildungsbetrieb arbeitet und die Abläufe dort bereits kennt. Studenten neigen oft dazu, den Arbeitsalltag zu idealisieren. Um jede Aufgabe wirklich tiefgehend zu bearbeiten, fehlt oft die Zeit. Multitasking ist daher angesagt. 

students at viacor

Studenten neigen oft dazu,
den Arbeitsalltag zu idealisieren.

arbeitszeit viacor

Ist die Eingewöhnungsphase der ersten Wochen jedoch geschafft, werden irgendwann die Vorteile deutlich. Vor allem bedeutet Feierabend endlich auch Feierabend und Wochenende auch Wochenende. Im Studium muss immer etwas gearbeitet werden, nach der Vorlesung, an Wochenenden.

Auch deshalb bekommt man möglicherweise in den ersten Wochen des Arbeitsalltags ein schlechtes Gewissen, wenn man den Feierabend wirklich genießen kann. Im Urlaub wird dies ebenfalls deutlich, zwar muss man sich jetzt mit den Kollegen

koordinieren und hat nur eine bestimmte Anzahl an Urlaubstagen, dennoch kann man während des Urlaubs viel besser abschalten. Und so kann endlich die wohlverdiente Freizeit von der Arbeit klar getrennt werden.

Meine Studienrichtung BWL-Dienstleistungsmanagement (DLM)/ Medien und Kommunikation verknüpft Medienkompetenzen und betriebswirtschaftliches Know-how. Dabei erwerben die Studierenden Wissen auf den Gebieten Medien, Dienstleistungen, Organisation und Kommunikation.

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FACTS:

Die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) ist die einzige staatliche duale Hochschule Deutschlands. Hier gibt es Kooperationen mit über 9.000 Unternehmen und sozialen Einrichtungen. Derzeit sind es mehr als 34.000 Studenten und 145.000 Alumni. Es gibt über 20 Studiengänge mit rund 100 Studieneinrichtungen.

AUTORIN MEIKE ULRICH